San Francisco · Geschichte
Nur wenige Kilometer vom Ufer entfernt und doch unerreichbar: Alcatraz war jahrzehntelang das gefürchtetste Gefängnis der USA. Heute kannst du die Insel besuchen, durch die alten Zellenblöcke gehen und dir vorstellen, wie es war, mit Blick auf die Lichter von San Francisco eingesperrt zu sein.
Vom Leuchtturm zum Hochsicherheitsgefängnis
Der Name stammt aus dem Spanischen: Spanische Seefahrer nannten die Insel im 18. Jahrhundert „Isla de los Alcatraces“, nach den Seevögeln, die hier lebten. Im 19. Jahrhundert errichtete die US-Armee auf dem Felsen eine Festung. 1854 nahm hier der erste Leuchtturm an der Westküste der USA seinen Betrieb auf.
Schon bald diente die Insel auch als Militärgefängnis. Ihre berühmteste Phase begann 1934, als Alcatraz zum Bundesgefängnis wurde. Hierher kamen Häftlinge, die anderswo als zu gefährlich oder zu fluchtgefährdet galten. Die Lage machte es so besonders: kaltes Wasser, starke Strömungen und die Entfernung zum Festland sollten jede Flucht unmöglich machen.
Berühmte Insassen und legendäre Fluchtversuche
Die bekanntesten Häftlinge
- Al Capone: der berüchtigte Gangsterboss aus Chicago, der wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden war.
- George „Machine Gun“ Kelly: ein bekannter Gangster der Prohibitionszeit.
- Robert Stroud: bekannt als „Birdman of Alcatraz“ – obwohl er seine berühmten Vogelstudien in einem anderen Gefängnis betrieben hatte.
Die Flucht von 1962
Offiziell gelang aus Alcatraz nie eine Flucht. Doch eine Geschichte lässt bis heute Raum für Spekulationen: Im Juni 1962 verschwanden Frank Morris sowie die Brüder John und Clarence Anglin aus ihren Zellen. Sie hatten mit selbstgebauten Werkzeugen die Lüftungsschächte erweitert, Puppenköpfe aus Papiermaché in ihre Betten gelegt und ein Floß aus Regenmänteln gebaut. Ob sie die eiskalte Bucht überlebten, ist bis heute ungeklärt. Hollywood machte daraus den Film „Flucht von Alcatraz“ mit Clint Eastwood.
Im März 1963 wurde das Gefängnis geschlossen – vor allem, weil der Betrieb auf der Insel extrem teuer war und die Gebäude stark unter dem salzigen Seeklima litten.
Die Besetzung durch amerikanische Ureinwohner
Ein Kapitel, das viele nicht kennen: Von 1969 bis 1971 besetzte eine Gruppe amerikanischer Ureinwohner unter dem Namen „Indians of All Tribes“ die Insel. Sie wollten auf die Rechte und die Lage der indigenen Bevölkerung aufmerksam machen. Die Besetzung wurde zu einem wichtigen Symbol der Bürgerrechtsbewegung der Ureinwohner. Spuren davon, etwa Schriftzüge an den Gebäuden, sind bis heute zu sehen. Die Aktion hatte auch politische Folgen: Sie lenkte landesweit Aufmerksamkeit auf die Forderungen der Ureinwohner und gilt als ein Wendepunkt, nach dem sich die Politik der US-Regierung gegenüber den indigenen Völkern zu wandeln begann.
Seit 1972 gehört Alcatraz zur Golden Gate National Recreation Area und wird vom National Park Service verwaltet. Neben der Geschichte lohnt sich auch der Blick auf die Natur: Die Insel ist ein wichtiger Brutplatz für Seevögel, und in den Gärten blühen Pflanzen, die einst von Wärtern und ihren Familien angelegt wurden.
Was dich beim Besuch erwartet
Zur Insel geht es mit der Fähre, und schon die Überfahrt bietet tolle Blicke auf die Skyline und die Golden Gate Bridge. Auf der Insel gelangst du über einen recht steilen Weg hinauf zum Zellenhaus. Das Herzstück des Besuchs ist die Audiotour durch den Zellenblock, die mit Stimmen ehemaliger Wärter und Häftlinge arbeitet und sehr eindringlich ist. Du siehst die engen Zellen, den Speisesaal, die Bibliothek und den Hof, von dem aus die Häftlinge die Stadt sehen konnten – so nah und doch unerreichbar.
Banana-Joe-Tipp: Alcatraz-Tickets sind oft lange im Voraus ausgebucht. Prüf die aktuellen Besuchsmöglichkeiten, Fährzeiten und Ticketoptionen frühzeitig online und kaufe nur über den offiziellen Anbieter. Nimm eine warme Jacke mit – auf der Insel und auf dem Wasser ist es oft windig und kühl, selbst wenn in der Stadt die Sonne scheint.
Plane für den Ausflug inklusive Überfahrt einige Stunden ein. Nach der Rückkehr bietet sich ein Bummel an der Fisherman’s Wharf an, die ganz in der Nähe des Fähranlegers liegt. Genau diese Kombination erlebst du auf unserer privaten Tour zu Alcatraz und Fisherman’s Wharf auf Deutsch.
Auf einen Blick
- Beste Reisezeit: ganzjährig, September und Oktober oft am klarsten
- Bundesgefängnis: 1934 bis 1963
- Erster Leuchtturm der Westküste: 1854
- Verwaltung heute: National Park Service
- Tickets & Fähre: frühzeitig und nur offiziell buchen, vorab online prüfen
Alcatraz mit deutscher Begleitung
Unsere private Tour rund um Alcatraz und die Fisherman’s Wharf ist derzeit nur auf Anfrage buchbar – schreib uns an info@bananajoetours.com.

