Hudson Yards, The Vessel & High Line: New Yorks neue Westseite

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New York · Architektur & Stadtentwicklung

Wo früher Güterzüge rangierten, ragen heute gläserne Türme in den Himmel. Die Westseite Manhattans hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Mit Hudson Yards, The Vessel und der High Line erlebst du auf einem einzigen Spaziergang, wie kreativ New York mit seinem industriellen Erbe umgeht.

Die High Line: Ein Park auf alten Gleisen

Die High Line war ursprünglich eine erhöhte Güterbahntrasse, die in den 1930er-Jahren gebaut wurde, um die gefährlichen Straßenbahngleise auf Straßenniveau zu ersetzen. Züge brachten Fleisch, Milchprodukte und andere Waren direkt in die Lagerhallen und Fabriken der West Side. Mit dem Aufstieg des Lkw-Verkehrs verlor die Strecke an Bedeutung, 1980 fuhr der letzte Zug. Danach überwucherte die Natur die Gleise.

Als der Abriss drohte, gründeten Anwohner die Initiative Friends of the High Line und setzten sich für eine Umnutzung ein. 2009 wurde der erste Abschnitt als öffentlicher Park eröffnet, weitere folgten. Heute verläuft die High Line auf rund zweieinhalb Kilometern von der Gansevoort Street im Meatpacking District bis zur 34th Street bei Hudson Yards.

Was die High Line so besonders macht

  • Die Bepflanzung: Die Gärten orientieren sich an der wilden Vegetation, die nach der Stilllegung auf den Gleisen wuchs. Gräser, Stauden und Bäume verändern sich mit jeder Jahreszeit.
  • Die Gleise: Teile der alten Schienen sind in die Wege integriert und erinnern an die Vergangenheit.
  • Kunst: Entlang der Strecke sind regelmäßig wechselnde Kunstinstallationen zu sehen.
  • Die Perspektiven: Von oben blickst du in Straßenschluchten, auf den Hudson River und an Fassaden entlang, die du vom Gehweg aus nie so sehen würdest.

Hudson Yards: Ein neues Viertel auf Stelzen

Hudson Yards gilt als eines der größten privaten Immobilienprojekte in der Geschichte der USA. Das Besondere: Ein großer Teil des Viertels wurde auf einer riesigen Plattform über einem noch aktiven Abstellbahnhof errichtet. Unter deinen Füßen werden also weiterhin Pendlerzüge geparkt, während darüber Bürotürme, Wohnungen, ein Einkaufszentrum und Restaurants entstanden sind. Die ersten großen Teile des Viertels wurden 2019 eröffnet.

Zum Ensemble gehört auch The Shed, ein Kulturzentrum mit einer beweglichen Hülle, die auf Schienen ausgefahren werden kann, um einen zusätzlichen Veranstaltungsraum zu schaffen. Hoch über allem liegt die Aussichtsplattform Edge im Turm 30 Hudson Yards, deren Terrasse spektakulär über die Fassade hinausragt.

The Vessel: Treppen als Kunstwerk

Im Zentrum des Platzes steht The Vessel, eine begehbare Skulptur des britischen Designers Thomas Heatherwick. Das kupferfarbene Gebilde besteht aus Dutzenden miteinander verbundenen Treppenläufen und erinnert je nach Blickwinkel an einen Bienenstock, einen Korb oder einen riesigen Tannenzapfen. Die Spiegelungen in den polierten Unterseiten sorgen für spannende Fotos, auch wenn du nur unten stehst.

Nach mehreren tragischen Vorfällen wurde The Vessel zeitweise geschlossen und später nur mit geänderten Sicherheitsvorkehrungen wieder geöffnet. Ob und in welchem Umfang ein Aufstieg aktuell möglich ist, solltest du unbedingt vorab online prüfen.

Banana-Joe-Tipp: Lauf die High Line von Süden nach Norden. So beginnst du im charmanten Meatpacking District und erreichst Hudson Yards als großes Finale – mit The Vessel direkt vor dir.

Lohnenswerte Stopps am Weg

Die High Line hat mehrere Auf- und Abgänge, sodass du jederzeit einen Abstecher machen kannst. Diese Orte liegen ganz in der Nähe:

  • Whitney Museum of American Art: Das Museum für amerikanische Kunst liegt direkt am südlichen Ende der High Line. Von seinen Terrassen hast du einen tollen Blick auf den Hudson.
  • Little Island: Ein ungewöhnlicher Park auf Betonstelzen, die wie Tulpen aus dem Hudson River ragen, nur ein paar Schritte vom Meatpacking District entfernt.
  • Chelsea Market: Die Markthalle befindet sich in der ehemaligen Fabrik der National Biscuit Company, wo der berühmte Oreo-Keks erfunden wurde. Heute findest du hier Essensstände, Läden und jede Menge Industrieflair.
  • Chelsea Galleries: Zwischen der 10th und 11th Avenue liegen zahlreiche Kunstgalerien, die oft frei zugänglich sind.

Praktisches für deinen Besuch

Für die komplette High Line solltest du mit Pausen etwa ein bis zwei Stunden einplanen. Es gibt kaum Schatten, an heißen Sommertagen sind ein Hut und eine Wasserflasche also Pflicht. Am Wochenende kann es auf den schmalen Abschnitten voll werden – unter der Woche und am frühen Vormittag ist es deutlich entspannter. Öffnungszeiten der Parks und Attraktionen ändern sich saisonal, daher lohnt sich ein kurzer Blick auf die offiziellen Seiten.

Wenn du die Westseite mit den Klassikern Midtowns kombinieren möchtest, ist unsere Tour Das Herz von Manhattan mit Hudson Yards genau das Richtige.

Auf einen Blick

  • Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst; besonders schön zur Blütezeit und bei Sonnenuntergang
  • High Line: rund zweieinhalb Kilometer von der Gansevoort Street bis zur 34th Street
  • Erster Abschnitt eröffnet: 2009
  • Hudson Yards: größtenteils seit 2019 geöffnet, gebaut über einem aktiven Bahnhof
  • Zeitbedarf: etwa ein halber Tag inklusive Stopps

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