Greenwich Village & SoHo: Bohème, Gusseisen und Kultur

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New York · Viertel & Lebensgefühl

Krumme Straßen, Backsteinhäuser mit Feuertreppen und eine Geschichte voller Künstler, Musiker und Rebellen: Greenwich Village und SoHo sind das Gegenprogramm zu den Glastürmen von Midtown. Hier schlendert man, schaut, trinkt Kaffee – und entdeckt hinter jeder Ecke ein Stück New Yorker Kulturgeschichte.

Greenwich Village: Ein Dorf in der Großstadt

Als Manhattan 1811 mit dem berühmten Straßenraster überzogen wurde, war Greenwich Village bereits bebaut. Deshalb gilt hier das Schachbrettmuster nicht: Die Straßen verlaufen schräg, kreuzen sich in ungewöhnlichen Winkeln und tragen Namen statt Nummern. Selbst New Yorker verlaufen sich hier gelegentlich – zum Beispiel an der Stelle, wo sich die West 4th Street und die West 10th Street kreuzen.

Im 19. Jahrhundert zogen wohlhabende Familien in die Gegend, später kamen Einwanderer, Künstler und Schriftsteller. Im 20. Jahrhundert wurde das Village zum Zentrum der Bohème. Die Beat-Generation diskutierte hier in Cafés, und in den 1960er-Jahren erlebte die Folkmusik rund um die MacDougal Street und die Bleecker Street ihren Höhepunkt. In den kleinen Clubs traten junge Musiker auf, darunter Bob Dylan, bevor sie weltberühmt wurden.

Highlights im Village

  • Washington Square Park: Das Herz des Viertels mit seinem marmornen Triumphbogen, der dem Arc de Triomphe nachempfunden ist. Er wurde vom Architekten Stanford White entworfen und erinnert an George Washington. Rund um den Park liegen viele Gebäude der New York University. Straßenmusiker, Schachspieler und Studierende sorgen für eine einzigartige Atmosphäre.
  • Jefferson Market Library: Ein viktorianisch-gotisches Gebäude mit Uhrturm, das ursprünglich als Gericht diente und heute eine Stadtbibliothek ist.
  • Stonewall Inn: In dieser Bar an der Christopher Street begannen 1969 die Stonewall-Aufstände, die als Geburtsstunde der modernen LGBTQ-Bewegung gelten. Seit 2016 steht hier ein Nationaldenkmal, das Stonewall National Monument.
  • Die Ecke Bedford Street und Grove Street: Fans der Serie „Friends“ erkennen hier das Haus, das in der Serie als Außenansicht des Wohnhauses diente.

Banana-Joe-Tipp: Lass den Stadtplan einfach mal in der Tasche. Im West Village sind die schönsten Entdeckungen die kleinen Seitenstraßen mit Bäumen, Townhouses und versteckten Hinterhöfen. Kaffee holen und treiben lassen ist hier das beste Programm.

SoHo: Gusseisen, Kunst und Shopping

Der Name SoHo bedeutet schlicht South of Houston Street. Übrigens: Die Straße wird nicht wie die Stadt in Texas ausgesprochen, sondern eher wie „Hauston“. Wer das weiß, outet sich nicht sofort als Tourist.

Im 19. Jahrhundert war SoHo ein Viertel für Textilindustrie und Lagerhäuser. Typisch sind die Fassaden aus Gusseisen: Die Bauteile wurden in Gießereien vorgefertigt, an den Gebäuden montiert und oft so bemalt, dass sie wie Stein aussahen. Das war günstiger als echter Stein und ermöglichte große Fenster, die viel Licht in die Werkstätten ließen. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine so große Ansammlung solcher Gusseisenbauten wie hier.

Als die Industrie abwanderte, standen die großen, hellen Etagen leer – perfekt für Künstler, die günstige Ateliers suchten. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde SoHo zum Zentrum der New Yorker Kunstszene, und 1973 wurde das Viertel unter Denkmalschutz gestellt. Heute haben viele Galerien hochwertigen Modegeschäften und Flagship-Stores Platz gemacht. Die Architektur ist aber unverändert beeindruckend.

Was du in SoHo sehen solltest

  • Greene Street: Hier reiht sich eine Gusseisenfassade an die nächste, besonders schön mit Kopfsteinpflaster.
  • Broadway in SoHo: Die belebte Einkaufsstraße mit großen Marken und bekannten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert.
  • Prince Street und Spring Street: Kleine Boutiquen, Cafés und jede Menge Straßenleben.

So verbindest du beide Viertel

Greenwich Village und SoHo grenzen direkt aneinander und lassen sich wunderbar zu Fuß kombinieren. Ein schöner Spaziergang startet am Washington Square Park, führt durch die Seitenstraßen des West Village zur Christopher Street und von dort über die Bleecker Street nach Süden bis SoHo. Zum Abschluss lohnt sich ein Blick in die nahen Viertel Nolita und Little Italy.

Am angenehmsten ist ein Besuch unter der Woche, denn am Wochenende sind die Gehwege in SoHo oft dicht gedrängt. Für einen entspannten Spaziergang mit Hintergrundwissen bietet sich unsere private VIP Walking Tour auf Deutsch an.

Auf einen Blick

  • Beste Reisezeit: Frühling und Herbst; unter der Woche weniger voll
  • Lage: Lower Manhattan, westlich bzw. südlich von Washington Square Park
  • Besonderheit: kein Straßenraster im Village, Gusseisenarchitektur in SoHo
  • Kulturgeschichte: Beat-Generation, Folkszene, Stonewall 1969
  • Zeitbedarf: ein halber Tag zu Fuß

Zu Fuß durchs kreative New York

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