Santana, Strohdachhäuser & Lorbeerwald: Madeiras grüner Norden

Madeira – Banana Joe Tours

Madeira · Natur & Tradition

Kleine dreieckige Häuser mit Strohdach, rot-weiß-blau gestrichen, mitten in grünen Gärten: Die Häuser von Santana gehören zu den bekanntesten Motiven Madeiras. Gleich dahinter beginnt ein Wald, der aussieht wie aus einem Märchen – der Lorbeerwald, ein Stück Urnatur und UNESCO-Weltnaturerbe.

Die Palheiros von Santana

Santana liegt an der Nordküste Madeiras, auf einer grünen Hochebene über dem Meer. Bekannt ist der Ort vor allem für seine traditionellen Häuser, die „Palheiros”. Sie haben eine charakteristische A-Form: Das steile Strohdach reicht fast bis zum Boden, die Fassade ist meist weiß gestrichen und mit roten Türen und Fensterrahmen sowie blauen oder grünen Akzenten verziert.

Früher waren diese Häuser die typische Behausung der Landbevölkerung im Norden. Unten wohnte die Familie auf engstem Raum, oben unter dem Dach wurden Vorräte gelagert. Die steile Dachform sorgte dafür, dass Regen schnell ablief – in der regenreichen Nordhälfte der Insel eine wichtige Eigenschaft. Heute leben nur noch wenige Menschen in den ursprünglichen Palheiros, doch einige Häuser wurden liebevoll restauriert und können besichtigt werden. In manchen werden kleine Souvenirs und Handwerk angeboten.

Banana-Joe-Tipp: Die bekannten Schauhäuser im Ortskern sind oft gut besucht. Halte beim Fahren durch die Umgebung die Augen offen: Abseits der Hauptstraße entdeckst du immer wieder einzelne Palheiros in Gärten und auf Feldern – ganz ohne Gedränge.

Santana als Biosphärenreservat

Nicht nur die Häuser machen Santana besonders. Die gesamte Gemeinde wurde von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Das würdigt die Verbindung aus traditioneller Landwirtschaft, ursprünglicher Natur und einer Küste mit steilen Klippen. Rund um Santana siehst du kleine Felder mit Gemüse, Obst und Weinreben, die oft noch in Handarbeit bewirtschaftet werden. Ganz in der Nähe gibt es außerdem einen Themenpark, der Geschichte und Kultur Madeiras anschaulich präsentiert.

Laurisilva: Der Lorbeerwald als UNESCO-Weltnaturerbe

Hinter Santana und in weiten Teilen der Nordhälfte der Insel erstreckt sich die Laurisilva, der Lorbeerwald. Er ist ein Relikt aus einer längst vergangenen Erdepoche: Vor Millionen Jahren waren solche Wälder rund ums Mittelmeer weit verbreitet. Durch Klimaveränderungen sind sie dort verschwunden, auf Madeira aber haben sie überlebt. Die Laurisilva von Madeira ist das größte erhaltene Vorkommen dieses Waldtyps und wurde 1999 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.

Was den Lorbeerwald so besonders macht

  • Feuchtigkeit: Die Bäume fangen Wasser aus Nebel und Wolken ein und speisen so Quellen und Levadas der ganzen Insel.
  • Artenvielfalt: Hier wachsen Lorbeerarten, Farne, Moose und Flechten, viele davon kommen nur auf Madeira oder den Atlantikinseln vor.
  • Tierwelt: Die Madeira-Lorbeertaube und viele Insektenarten sind hier zu Hause.
  • Atmosphäre: Moosbehangene Äste, Nebelschwaden und das Plätschern der Kanäle schaffen eine fast mystische Stimmung.

Die schönsten Orte, um den Wald zu erleben

  • Queimadas und Caldeirão Verde: Vom Forsthaus Queimadas bei Santana führt eine bekannte Levada-Wanderung durch dichten Wald zu einem Wasserfall.
  • Ribeiro Frio: Ein kleiner Ort mitten im Wald mit Forellenzucht und Startpunkt der kurzen Wanderung zum Aussichtspunkt Balcões.
  • Fanal: Im Nordwesten stehen auf einer Hochebene uralte, knorrige Stinklorbeerbäume. Bei Nebel wirkt die Szenerie wie aus einem Fantasyfilm.

Wichtig für alle Besuche im Wald: Die Laurisilva ist ein empfindliches Ökosystem. Bleib auf den markierten Wegen, nimm keine Pflanzen mit und lass keinen Müll zurück. Auch Feuer ist hier tabu – Waldbrände gehören zu den größten Bedrohungen für diese einzigartige Natur. So bleibt der Wald auch für die nächsten Generationen erhalten.

Ausflugsideen in den Norden findest du in unserer Übersicht der deutschsprachigen Madeira-Touren. Für den Nordwesten mit Fanal und Porto Moniz passt außerdem unsere Nordwest-Combo-Tour.

Gut vorbereitet in den Norden

Der Norden ist deutlich feuchter und kühler als der Süden. Pack eine Regenjacke und eine warme Schicht ein, auch wenn in Funchal die Sonne scheint. Für Waldwanderungen brauchst du feste Schuhe, denn die Wege sind oft nass und rutschig. Und plane genug Zeit ein: Die Straßen im Norden sind kurvig, und unterwegs gibt es viele Gründe, anzuhalten.

Auf einen Blick

  • Beste Reisezeit: ganzjährig; im Frühling ist der Norden besonders grün und blühend
  • Palheiros: traditionelle A-förmige Häuser mit Strohdach
  • Laurisilva: UNESCO-Weltnaturerbe seit 1999
  • Kombinieren mit: Queimadas, Ribeiro Frio, Fanal
  • Vorab prüfen: Wetter im Norden und Zustand der Wanderwege

Ab in Madeiras grünes Herz

Santana, Lorbeerwald und Nordküste: Auf unserer Nord-Madeira-Tour mit deutschsprachigem Guide erlebst du die ursprüngliche, grüne Seite der Insel.

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