Freiheitsstatue & Ellis Island: Die Geschichte der Einwanderung

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New York · Geschichte

Für Millionen Menschen war sie das Erste, was sie von Amerika sahen: die Freiheitsstatue am Eingang des New Yorker Hafens. Gleich daneben liegt Ellis Island, wo über Jahrzehnte entschieden wurde, wer bleiben durfte. Unter den Ankommenden waren auch unzählige Auswanderer aus Deutschland.

Ein Geschenk aus Frankreich

Die Freiheitsstatue war ein Geschenk des französischen Volkes an die Vereinigten Staaten, gedacht als Symbol der Freundschaft und der gemeinsamen Ideale von Freiheit und Demokratie. Entworfen hat sie der Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi. Für das innere Stahlgerüst, das die dünne Kupferhaut trägt, war Gustave Eiffel zuständig – derselbe Ingenieur, der später den Eiffelturm in Paris baute.

Die Statue wurde in Frankreich gefertigt, in Einzelteilen über den Atlantik verschifft und auf der damaligen Bedloe’s Island, dem heutigen Liberty Island, wieder zusammengesetzt. Den Sockel finanzierten die Amerikaner selbst, unter anderem mithilfe einer großen Spendenkampagne des Verlegers Joseph Pulitzer. Am 28. Oktober 1886 wurde die Statue feierlich eingeweiht. Ihre heute typische grüne Farbe ist übrigens die Patina, die sich im Laufe der Jahre auf dem ursprünglich kupferbraunen Metall gebildet hat.

Symbolik zum Entdecken

  • Die Fackel: steht für Aufklärung und den Weg in die Freiheit.
  • Die Tafel: trägt das Datum der Unabhängigkeitserklärung, den 4. Juli 1776, in römischen Ziffern.
  • Die zerbrochenen Ketten: liegen zu ihren Füßen und symbolisieren die überwundene Unterdrückung – von unten sind sie leicht zu übersehen.
  • Die Krone: Ihre sieben Strahlen werden oft als Symbol für die sieben Kontinente und Weltmeere gedeutet.

Ellis Island: Das Tor nach Amerika

Bevor Ellis Island öffnete, war Castle Garden an der Südspitze Manhattans die zentrale Anlaufstelle für Einwanderer – das runde Fort heißt heute Castle Clinton und steht im Battery Park. Als der Andrang immer größer wurde, übernahm 1892 die neue Station auf Ellis Island. Bis zur Schließung 1954 kamen hier rund zwölf Millionen Menschen an.

Vor allem Passagiere der dritten Klasse und des Zwischendecks mussten durch die Kontrollen. Im großen Registry Room, der beeindruckenden Halle im ersten Stock, wurden sie von Ärzten und Beamten begutachtet und befragt. Für die allermeisten dauerte der Aufenthalt nur einige Stunden. Ein kleiner Teil wurde jedoch abgewiesen, etwa wegen ansteckender Krankheiten – für die Betroffenen eine Tragödie nach der langen Überfahrt.

Deutsche Auswanderer: Von Hamburg und Bremerhaven nach New York

Deutschland gehörte im 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Herkunftsländern der amerikanischen Einwanderung. Millionen Menschen verließen ihre Heimat – wegen Armut, Missernten, politischer Verfolgung nach der gescheiterten Revolution von 1848 oder einfach in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die meisten schifften sich in Bremerhaven oder Hamburg ein. In Hamburg ließ die Reederei HAPAG unter Albert Ballin eigens Auswandererhallen errichten, in denen die Reisenden vor der Abfahrt untergebracht wurden. Heute erinnert dort das Auswanderermuseum BallinStadt an diese Zeit.

Viele Deutsche blieben direkt in New York. Auf der Lower East Side entstand im 19. Jahrhundert ein ganzes deutschsprachiges Viertel, Kleindeutschland genannt. Andere zogen weiter in den Mittleren Westen, nach Wisconsin, Ohio oder Missouri. Bis heute geben in den USA viele Menschen eine deutsche Abstammung an – ein Erbe, das auf diesen großen Auswanderungswellen beruht. Wer selbst mit dem Gedanken spielt, in die USA zu gehen, findet bei uns übrigens auch eine Auswanderberatung für Florida.

Banana-Joe-Tipp: Hast du Vorfahren, die ausgewandert sind? Im Museum auf Ellis Island kannst du in Passagierlisten recherchieren. Notiere dir vorher Namen, ungefähre Jahrgänge und Herkunftsorte – das erleichtert die Suche enorm.

Deinen Besuch planen

Beide Inseln erreichst du ausschließlich mit den offiziellen Fähren, die vom Battery Park in Manhattan und vom Liberty State Park in New Jersey ablegen. Kaufe deine Tickets nur über den offiziellen Anbieter, denn rund um den Battery Park bieten Straßenverkäufer gern Bootsfahrten an, die gar nicht auf den Inseln anlegen. Ein Zugang zum Sockel oder sogar zur Krone ist nur mit speziellen Tickets möglich, die oft lange im Voraus vergriffen sind. Verfügbarkeit und Bedingungen solltest du deshalb frühzeitig vorab online prüfen.

Vor dem Einsteigen gibt es eine Sicherheitskontrolle ähnlich wie am Flughafen. Plane für beide Inseln zusammen gut einen halben Tag ein. Wer nur einen Blick auf Lady Liberty werfen möchte, kann alternativ mit der Staten Island Ferry an ihr vorbeifahren – nah dran, aber ohne Landgang.

Auf einen Blick

  • Beste Reisezeit: Frühling und Herbst; im Sommer früh starten, um Warteschlangen zu vermeiden
  • Einweihung der Statue: 28. Oktober 1886
  • Ellis Island in Betrieb: 1892 bis 1954, rund zwölf Millionen Ankömmlinge
  • Anreise: nur mit offiziellen Fähren ab Battery Park oder Liberty State Park
  • Zeitbedarf: etwa ein halber Tag für beide Inseln

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