Casco Viejo: Panamas koloniale Altstadt (UNESCO) entdecken

Panama chagres fluss

Panama · Altstadt

Auf der einen Seite glitzernde Wolkenkratzer, auf der anderen bunte Kolonialhäuser mit schmiedeeisernen Balkonen: Kaum irgendwo liegen Alt und Neu so nah beieinander wie in Panama-Stadt. Der Casco Viejo ist das historische Herz der Stadt – und einer der schönsten Orte Mittelamerikas für einen Spaziergang.

Eine Stadt, gegründet nach einem Piratenangriff

Die Geschichte des Casco Viejo beginnt mit einer Zerstörung. Die erste spanische Stadt Panamá, heute als Panamá Viejo bekannt, wurde 1519 gegründet und war über Generationen ein wichtiger Umschlagplatz für Gold und Silber aus Südamerika. 1671 überfiel der berüchtigte Freibeuter Henry Morgan die Stadt, die dabei in Flammen aufging.

Die Spanier entschieden sich, ihre Stadt einige Kilometer weiter westlich neu zu errichten – auf einer Halbinsel, die sich besser verteidigen ließ. 1673 wurde das neue Panamá gegründet, umgeben von Mauern und Bastionen. Dieses Viertel ist der heutige Casco Viejo, auch Casco Antiguo genannt. 1997 wurde er gemeinsam mit den Ruinen von Panamá Viejo zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Nach Jahrzehnten des Verfalls im 20. Jahrhundert hat sich das Viertel in den letzten Jahren stark gewandelt: Viele Gebäude wurden restauriert, Boutique-Hotels, Cafés und Restaurants zogen ein. Ein Teil des Charmes liegt aber gerade im Nebeneinander von frisch renovierten Fassaden und Häusern, die noch auf ihre Wiederbelebung warten.

Die schönsten Plätze und Bauwerke

Plaza de la Independencia

Der zentrale Platz, auch Plaza Catedral genannt, ist der Ort, an dem 1903 die Unabhängigkeit Panamas von Kolumbien ausgerufen wurde. Hier steht die Kathedrale mit ihren zwei hellen Türmen, umgeben von historischen Gebäuden wie dem Palacio Municipal.

Iglesia de San José und der Goldene Altar

In dieser Kirche befindet sich ein prachtvoller barocker Altar, der mit Blattgold überzogen ist. Eine bekannte Legende erzählt, dass er beim Überfall Henry Morgans auf das alte Panamá vor den Piraten versteckt worden sei – ob mit schwarzer Farbe getarnt oder im Schlamm vergraben, darüber gehen die Erzählungen auseinander. Ob wahr oder nicht: Die Geschichte gehört zum Viertel wie das Kopfsteinpflaster.

Plaza de Francia und Las Bóvedas

An der Spitze der Halbinsel liegt die Plaza de Francia. Ein Obelisk und Gedenktafeln erinnern an die französischen Arbeiter und Ingenieure, die beim ersten Versuch des Kanalbaus ihr Leben ließen. Daneben führt die Promenade auf den alten Stadtmauern, den Bóvedas, entlang – mit Blick auf den Pazifik, die Brücke der Amerikas und die Skyline der modernen Stadt.

Palacio de las Garzas

Der Amtssitz des Präsidenten trägt den Spitznamen „Reiherpalast“ – weil im Innenhof tatsächlich Reiher leben. Die Umgebung ist aus Sicherheitsgründen teilweise abgesperrt, ein Blick auf das elegante Gebäude lohnt sich trotzdem.

Banana-Joe-Tipp: Erkunde den Casco Viejo am späten Nachmittag, wenn die größte Hitze vorbei ist, und bleib bis zum Sonnenuntergang. Viele Dachterrassen bieten dann einen spektakulären Blick auf die beleuchtete Skyline auf der anderen Seite der Bucht.

Kleiner Hut, große Verwechslung

In den Souvenirläden des Casco Viejo begegnen dir überall Panamahüte. Die Pointe: Die berühmten Strohhüte stammen eigentlich aus Ecuador. Ihren Namen bekamen sie, weil sie über Panama gehandelt und von den Arbeitern beim Kanalbau gern getragen wurden. Spätestens als US-Präsident Theodore Roosevelt bei einem Besuch der Baustelle mit einem solchen Hut fotografiert wurde, war der „Panamahut“ weltberühmt.

Typisch panamaisch sind dagegen die Molas, farbenprächtige Stoffbilder der Guna, die du ebenfalls im Viertel findest. Sie werden in mehreren Stofflagen kunstvoll ausgeschnitten und vernäht – ein wunderbares Mitbringsel mit Geschichte.

Casco Viejo mit Guide erleben

Natürlich kannst du den Casco Viejo auf eigene Faust erkunden. Mit einem deutschsprachigen Guide verstehst du aber, warum ein Platz so heißt, welche Geschichten hinter den Fassaden stecken und wie eng das Viertel mit dem Kanal verknüpft ist. Auf unserer privaten Tour durch Kanal und Casco Viejo verbinden wir beides an einem Tag.

Ganz in der Nähe beginnt übrigens die Cinta Costera, die Küstenpromenade der Stadt – ideal, um nach dem Altstadtbummel noch ein Stück am Wasser entlangzulaufen.

Auf einen Blick

  • Beste Reisezeit: Trockenzeit von etwa Mitte Dezember bis April
  • Gegründet: 1673, nach der Zerstörung von Panamá Viejo
  • UNESCO-Welterbe: seit 1997
  • Highlights: Plaza de la Independencia, Goldener Altar, Plaza de Francia
  • Tipp: spätnachmittags kommen und zum Sonnenuntergang bleiben

Panamas Altstadt mit deutschem Guide

Unsere private Tour durch den Casco Viejo ist derzeit nur auf Anfrage buchbar – schreib uns einfach eine E-Mail an info@bananajoetours.com.

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