Hamburg · Architektur
Sie glitzert wie eine gefrorene Welle über dem Hafen und ist längst das neue Wahrzeichen Hamburgs: die Elbphilharmonie, von den Hamburgern liebevoll „Elphi“ genannt. Ob du ein Konzert erleben oder nur den Blick von der Plaza genießen willst – hier erfährst du, was hinter dem Bau steckt und wie dein Besuch entspannt gelingt.
Ein Speicher, eine Glaswelle, eine Idee
Die Grundidee ist so einfach wie genial: Auf einen alten Hafenspeicher setzten die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron einen gläsernen Aufbau. Der Unterbau ist der Kaispeicher A, ein schlichter Backsteinbau aus den 1960er-Jahren, in dem früher Kakao, Tee und Tabak lagerten. Darauf thront die geschwungene Glasfassade, deren Dachlinie an Wellen, Segel oder Zeltspitzen erinnert – jeder sieht etwas anderes darin.
Die Fassade besteht aus Hunderten individuell geformten Glaselementen, teilweise gewölbt und bedruckt, damit sie Licht und Wärme filtern. Je nach Wetter und Tageszeit wirkt das Gebäude mal silbrig, mal blau, mal fast golden. Mit rund 110 Metern Höhe ist die Elbphilharmonie eines der höchsten bewohnten Gebäude der Stadt, denn neben Konzertsälen beherbergt sie auch ein Hotel und Wohnungen.
Ganz ohne Drama ging es allerdings nicht: Der Bau dauerte deutlich länger als geplant und wurde um ein Vielfaches teurer. Eröffnet wurde das Haus schließlich im Januar 2017. Heute ist der Ärger weitgehend vergessen, und die Elphi zieht Besucher aus aller Welt an.
Die Plaza: Hamburg von oben
Das Herzstück für Tagesbesucher ist die Plaza, eine öffentliche Aussichtsebene in etwa 37 Metern Höhe – genau dort, wo der alte Speicher endet und der Glasbau beginnt. Ein umlaufender Balkon führt einmal rund ums Gebäude. Von hier blickst du über die Elbe, die Kräne des Hafens, die Landungsbrücken, die HafenCity und die Türme der Innenstadt.
Die Tube: schon die Anfahrt ist ein Erlebnis
Nach oben bringt dich die „Tube“, eine leicht gebogene Rolltreppe, die so lang ist, dass du ihr Ende beim Einsteigen nicht sehen kannst. Die Wände sind mit kleinen, glänzenden Pailletten-Elementen besetzt. Am Ende öffnet sich ein großes Panoramafenster mit Blick auf den Hafen – ein echter Wow-Moment.
Banana-Joe-Tipp: Für die Plaza brauchst du ein Ticket mit Zeitfenster. Sichere es dir vorab online, vor allem am Wochenende und in den Ferien. Am ruhigsten ist es meist früh am Tag – und zum Sonnenuntergang ist die Aussicht unschlagbar, dann aber voller.
Der Große Saal: Klang wie nirgendwo sonst
Das akustische Herz des Hauses ist der Große Saal mit rund 2.100 Plätzen. Er ist im sogenannten Weinberg-Prinzip angelegt: Die Ränge steigen terrassenförmig rund um die Bühne an, sodass niemand weit vom Orchester entfernt sitzt. Für den Klang sorgt die „Weiße Haut“, eine Wandverkleidung aus rund 10.000 individuell gefrästen Gipsfaserplatten. Ihre Oberfläche ist mit unzähligen kleinen Mulden versehen, die den Schall gleichmäßig im Raum verteilen. Entwickelt wurde das Akustikkonzept vom japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota.
Daneben gibt es den Kleinen Saal für Kammermusik, Jazz und Lesungen sowie die Kaistudios für Workshops und Education-Programme. Das Programm reicht von Klassik über Weltmusik bis Pop – es lohnt sich, auch abseits großer Namen zu schauen.
Praktische Tipps für deinen Besuch
- Konzertkarten: Viele Konzerte sind schnell ausverkauft. Tickets gibt es über die offiziellen Vorverkaufskanäle – Termine und Verfügbarkeit vorab online prüfen und möglichst früh planen.
- Führungen: Wer ohne Konzertkarte einen Blick in die Säle werfen möchte, kann an einer offiziellen Führung teilnehmen. Auch hier gilt: rechtzeitig reservieren.
- Kleidung: Einen strengen Dresscode gibt es nicht. Auf der Plaza kann es windig werden – nimm eine Jacke mit, auch im Sommer.
- Anreise: Die Elbphilharmonie liegt an der Spitze der HafenCity und ist gut zu Fuß von den Landungsbrücken oder mit dem Nahverkehr erreichbar. Mit dem Auto ist es eher mühsam.
- Kombinieren: Der Weg von hier über die HafenCity in die Speicherstadt ist kurz – perfekt für einen halben Tag voller Architektur.
Auch von außen lohnt sich ein zweiter Blick: Vom Wasser aus, etwa bei einer Hafenrundfahrt, wirkt die Elphi besonders eindrucksvoll, weil du erst dann erkennst, wie mächtig der alte Speichersockel ist. Unsere Hafen-Tour auf Deutsch zeigt dir genau diese Perspektiven.
Auf einen Blick
- Beste Reisezeit: ganzjährig; für Fotos ideal bei klarem Wetter oder zum Sonnenuntergang
- Eröffnung: Januar 2017
- Architekten: Herzog & de Meuron
- Plaza: öffentliche Aussichtsebene in rund 37 Metern Höhe, Ticket mit Zeitfenster vorab online prüfen
- Großer Saal: rund 2.100 Plätze, Weinberg-Prinzip
- Zeitbedarf Plaza: etwa 30 bis 60 Minuten
Elphi, Hafen und HafenCity in einem Rutsch
Mit einem deutschsprachigen Guide verbindest du die Elbphilharmonie mit den schönsten Ecken am Wasser – privat oder in der Kleingruppe.

