Ponta de São Lourenço: Wandern im wilden Osten Madeiras

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Madeira · Wandern & Natur

Wer Madeira nur als grüne Blumeninsel kennt, wird an der Ponta de São Lourenço große Augen machen. Hier, im äußersten Osten, ist die Landschaft karg, windgepeitscht und leuchtet in Rot, Ocker und Schwarz. Links und rechts nur Atlantik – ein Ort, der sich fast wie das Ende der Welt anfühlt.

Eine Halbinsel wie aus einer anderen Welt

Die Ponta de São Lourenço ist eine schmale, lang gestreckte Halbinsel, die sich wie ein Finger von Madeira aus nach Osten ins Meer streckt. Benannt ist sie nach dem heiligen Laurentius, und der Überlieferung nach auch nach einem der Schiffe, mit denen die portugiesischen Entdecker die Insel erreichten.

Im Gegensatz zum Rest der Insel ist es hier trocken und windig. Bäume gibt es kaum, stattdessen wachsen niedrige Sträucher, Gräser und zahlreiche seltene Pflanzen, von denen einige nur auf Madeira vorkommen. Die vulkanischen Gesteinsschichten liegen offen und zeigen beeindruckende Farben und Formen – vom tiefen Rot bis zum dunklen Basaltschwarz. Die Halbinsel und die vorgelagerten Inselchen stehen unter Naturschutz.

Gerade dieser Kontrast macht den Reiz aus. Nur wenige Kilometer weiter westlich liegen grüne Täler und Terrassenfelder, hier dagegen wirkt die Landschaft wie eine Mondoberfläche am Meer. Im Frühjahr, nach den Winterregen, überziehen sich die Hänge allerdings für einige Wochen mit einem zarten Grün und kleinen Blüten. Wer im Sommer kommt, erlebt die Halbinsel dagegen in warmen Gold- und Brauntönen. Beides hat seinen ganz eigenen Charme.

Die Wanderung PR8: Der Klassiker im Osten

Der bekannteste Weg auf der Halbinsel ist der offizielle Wanderweg PR8. Er startet am Ende der Straße hinter Caniçal und führt über die Halbinsel bis zum Haus Casa do Sardinha, einer kleinen Station der Naturparkverwaltung mit Palmen und Rastplatz. Wer noch Energie hat, kann von dort zu einem Aussichtshügel aufsteigen und den Blick auf die Spitze der Halbinsel genießen.

Was du über den Weg wissen solltest

  • Länge: Rund drei Kilometer pro Richtung bis zur Casa do Sardinha, zurück auf demselben Weg.
  • Gelände: Auf und ab über Treppen, Schotter und Felsen. Einige Abschnitte sind ausgesetzt, aber mit Geländern gesichert.
  • Kein Schatten: Auf der gesamten Strecke gibt es so gut wie keinen Schutz vor der Sonne.
  • Wind: Hier weht fast immer eine kräftige Brise. Halte Hut und Sonnenbrille gut fest.

Weil der Weg sehr beliebt ist, kann es zu Stoßzeiten voll werden, und der Parkplatz am Startpunkt füllt sich schnell. Prüfe außerdem vorab online, ob es aktuelle Hinweise oder Regelungen zum Zugang des Naturschutzgebiets gibt.

Banana-Joe-Tipp: Starte früh am Morgen oder am späteren Nachmittag. Dann ist die Hitze erträglicher, die Farben der Felsen leuchten im flachen Licht besonders intensiv, und du teilst den Pfad mit weniger Leuten. Und nimm deutlich mehr Wasser mit, als du denkst!

Der Blick auf die Desertas

An klaren Tagen siehst du von der Halbinsel aus im Südosten die Ilhas Desertas, eine Gruppe unbewohnter Inseln. Sie sind ein streng geschütztes Naturreservat und unter anderem Rückzugsort der seltenen Mönchsrobben. Mit etwas Glück erkennst du im Norden sogar die Nachbarinsel Porto Santo. Rund um die Halbinsel tummeln sich außerdem Seevögel, und manchmal sind vom Ufer aus Delfine zu sehen.

Der Osten Madeiras: Mehr entdecken

Ein Ausflug zur Ponta de São Lourenço lässt sich gut mit weiteren Zielen im Osten verbinden:

  • Caniçal: Früher ein Zentrum des Walfangs, der längst eingestellt ist. Heute erzählt ein Walmuseum die Geschichte des Ortes und setzt sich für den Schutz der Meeressäuger ein.
  • Prainha: Einer der wenigen natürlichen Sandstrände Madeiras, mit dunklem Vulkansand und kleiner Bucht.
  • Machico: Hier landeten der Überlieferung nach die portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira bei der Entdeckung Madeiras im frühen 15. Jahrhundert. Heute ist Machico eine gemütliche Kleinstadt mit Strand und Promenade.
  • Aussichtspunkte: Entlang der Straße nach Caniçal gibt es mehrere Stopps mit Blick über die Küste und die Halbinsel.

Mehr Inspiration für Touren findest du auf unserer Übersichtsseite Deutsche Touren in Madeira.

Auf einen Blick

  • Beste Reisezeit: ganzjährig, idealerweise früh morgens oder am späten Nachmittag
  • Lage: äußerster Osten Madeiras, hinter Caniçal
  • Wanderweg: PR8, rund drei Kilometer pro Richtung
  • Mitnehmen: viel Wasser, Sonnenschutz, Windjacke, feste Schuhe
  • Vorab prüfen: aktuelle Hinweise zum Zugang des Schutzgebiets

Den Osten Madeiras erleben

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