Madeira · Aussichtspunkte
Unter deinen Füßen nur Glas, darunter fast 600 Meter Luft und ganz unten der Atlantik: Der Skywalk am Cabo Girão ist nichts für schwache Nerven, aber ein Muss für alle, die Madeira von seiner spektakulärsten Seite sehen wollen. Und weil die Südküste noch viel mehr zu bieten hat, nehmen wir dich gleich mit auf einen kleinen Küstentrip.
Cabo Girão: Eine der höchsten Klippen Europas
Das Cabo Girão liegt westlich von Funchal, nicht weit vom Fischerort Câmara de Lobos entfernt. Die Steilklippe ragt rund 580 Meter senkrecht aus dem Meer und zählt damit zu den höchsten Klippen Europas. Ihren Namen soll sie aus der Zeit der Entdeckung haben: „Girão” leitet sich von „girar” ab, also umkehren oder wenden. Der Legende nach drehten die ersten Seefahrer hier um, nachdem sie die Küste erkundet hatten.
Seit 2012 gibt es an der Kante eine Aussichtsplattform mit Glasboden. Du stehst buchstäblich über dem Abgrund und schaust senkrecht hinunter. Der Blick reicht an klaren Tagen weit über die Südküste, bis nach Funchal und über das endlose Blau des Atlantiks.
Die Fajãs am Fuß der Klippe
Wenn du hinunterschaust, entdeckst du ganz unten am Meer kleine, grüne Felder. Das sind die Fajãs do Cabo Girão – fruchtbare Landstreifen, die durch Erdrutsche und Felsstürze entstanden sind. Früher waren sie nur über steile Pfade oder per Boot erreichbar. Heute führt eine kleine Seilbahn hinab, mit der Bauern und Besucher zu den Feldern gelangen. Hier wachsen Wein, Gemüse und Obst in einem fast tropischen Mikroklima.
Banana-Joe-Tipp: Komm früh am Morgen oder am späten Nachmittag. Dann ist es auf der Plattform ruhiger, und das Licht taucht die Klippen in warme Farben. Und: Sonnenbrille nicht vergessen – das Glas spiegelt bei Sonne stark.
Câmara de Lobos: Fischerdorf mit Postkartenmotiv
Nur wenige Minuten vom Cabo Girão entfernt liegt Câmara de Lobos, eines der schönsten Fotomotive der Insel. Bunte Fischerboote liegen in der kleinen Bucht, auf den Felsen trocknen Netze, und in den Gassen findest du kleine Bars und Fischrestaurants. Der Ort ist auch für seinen Fang des schwarzen Degenfischs bekannt.
Übrigens hat schon Winston Churchill die Bucht geschätzt: Bei seinem Aufenthalt auf Madeira im Jahr 1950 malte er hier. Ein Aussichtspunkt erinnert heute an seinen Besuch.
Am Nachmittag lohnt sich ein Spaziergang über die kleine Hafenmole. Hier sitzen oft ältere Männer beim Kartenspiel, Boote werden repariert, und in den einfachen Bars rund um den Platz wird Poncha ausgeschenkt. Der Ort wirkt deutlich ursprünglicher als das nahe Funchal und gibt dir einen guten Eindruck davon, wie das Leben an der Küste über Generationen ausgesehen hat.
Die Südküste weiter Richtung Westen
Die Südküste Madeiras gilt als die sonnigste Seite der Insel. Während sich im Norden die Wolken an den Bergen stauen, ist es hier oft warm und trocken. Entlang der Küstenstraße warten weitere lohnende Stopps:
- Ribeira Brava: Ein lebhafter Ort an der Mündung eines Flusstals, mit Promenade, Kiesstrand und einer hübschen Kirche mit blau-weißem Kirchturm.
- Ponta do Sol: Der Name verspricht es schon – hier scheint besonders viel Sonne. Der kleine Ort am Meer ist bei Fotografen und Ruhesuchenden gleichermaßen beliebt.
- Madalena do Mar: Ein Dorf, umgeben von Bananenplantagen, die bis fast ans Meer reichen.
- Calheta: Hier gibt es einen der wenigen hellen Sandstrände Madeiras. Der Sand wurde künstlich aufgeschüttet und die Bucht durch Wellenbrecher geschützt – ideal für ein entspanntes Bad.
- Jardim do Mar und Paul do Mar: Malerische Küstenorte, bekannt bei Surfern für ihre kräftigen Wellen.
Bananen, Zuckerrohr und Terrassen
Unterwegs wird dir auffallen, wie stark die Landschaft vom Menschen geprägt ist. An den Hängen ziehen sich unzählige Terrassen hinauf, auf denen Bananen, Wein und Gemüse wachsen. Die kleinen Madeira-Bananen sind süßer und aromatischer als die Exemplare aus dem Supermarkt zu Hause – unbedingt probieren! In einigen Orten an der Südküste wird außerdem noch Zuckerrohr verarbeitet, aus dem unter anderem der Zuckerrohrschnaps für die Poncha entsteht.
Die Südküste lässt sich gut in einen Tagesausflug einbauen und mit anderen Regionen der Insel kombinieren. Einen Überblick über unsere Touren findest du auf der Seite Deutsche Touren in Madeira.
Auf einen Blick
- Beste Reisezeit: ganzjährig; die Südküste ist die sonnigste Seite der Insel
- Höhe der Klippe: rund 580 Meter
- Skywalk: Glasplattform an der Klippenkante, seit 2012
- Kombinieren mit: Câmara de Lobos, Ribeira Brava, Ponta do Sol, Calheta
- Vorab prüfen: Betriebszeiten der Seilbahn zu den Fajãs
Glasboden, Klippen und Küstenorte
Cabo Girão und Câmara de Lobos lassen sich wunderbar kombinieren – auch an einem kurzen Tag. Unsere Kreuzfahrt-Combo-Tour mit deutschsprachigem Guide bringt dich zu den Highlights rund um Funchal.

