Madeira · Berge
Unter dir ein Meer aus Wolken, über dir ein tiefblauer Himmel und um dich herum zerklüftete Felsen in Rot, Braun und Schwarz: Madeiras Gipfelregion fühlt sich an wie eine andere Welt. Pico do Arieiro und Pico Ruivo gehören zu den eindrucksvollsten Orten der Insel – und der Weg zwischen ihnen zu den schönsten Bergwanderungen Europas.
Die zwei Riesen im Herzen der Insel
Madeira ist eine Vulkaninsel, und ihr Rückgrat bildet ein zentrales Bergmassiv. Der Pico Ruivo ist mit 1.862 Metern der höchste Berg der Insel. Der Pico do Arieiro ist mit 1.818 Metern der dritthöchste – dazwischen liegt der Pico das Torres, der zweithöchste Gipfel. Der große Vorteil des Arieiro: Bis fast ganz nach oben führt eine Straße. Du kannst also mit dem Auto bis kurz unter den Gipfel fahren und stehst nach wenigen Schritten auf über 1.800 Metern.
Oben findest du einen Aussichtspunkt, eine Radarstation, die wie eine riesige weiße Kugel aussieht, und bei klarem Wetter einen Rundumblick über die Insel. An guten Tagen siehst du im Osten sogar die Nachbarinsel Porto Santo am Horizont.
Sonnenaufgang über den Wolken
Der Pico do Arieiro ist einer der beliebtesten Orte, um auf Madeira den Sonnenaufgang zu erleben. Häufig liegen die Wolken tiefer als der Gipfel, sodass die Sonne über einem weißen Wattemeer aufgeht und die Felsen in warmes Orange taucht. Das ist allerdings kein Geheimtipp mehr – rechne mit Gesellschaft.
Banana-Joe-Tipp: Nimm warme Kleidung mit, auch im Sommer! Während es in Funchal mild ist, kann es auf dem Gipfel vor Sonnenaufgang empfindlich kalt und windig sein. Mütze, Handschuhe und eine winddichte Jacke sind keine Übertreibung.
Die Gipfelwanderung: Vereda do Areeiro (PR1)
Der Höhenweg vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo ist die Königsetappe für Wanderer auf Madeira. Er ist als PR1 ausgeschildert und gut sieben Kilometer lang – und zwar pro Richtung. Wer nicht abgeholt wird, muss also denselben Weg zurück.
Was dich auf dem Weg erwartet
- Treppen ohne Ende: Der Weg ist in den Fels gehauen, mit unzähligen Stufen bergauf und bergab.
- Tunnel: Mehrere Tunnel führen durch die Felsen – eine Lampe ist hilfreich.
- Ausgesetzte Passagen: Teilweise läuft der Pfad auf schmalen Graten, gesichert mit Geländern.
- Atemberaubende Ausblicke: Tiefe Schluchten, bizarre Felsformationen und, mit Glück, das Wolkenmeer unter dir.
Für die Strecke brauchst du gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Wichtig: Der Weg war in den vergangenen Jahren nach Waldbränden und Felsstürzen teilweise gesperrt. Prüfe den aktuellen Status unbedingt vorab online, bevor du dich auf den Weg machst.
Die bequemere Alternative zum Pico Ruivo
Wer den höchsten Gipfel der Insel erreichen möchte, ohne die ganze Gratwanderung zu machen, startet am Parkplatz von Achada do Teixeira oberhalb von Santana. Von dort führt ein gut ausgebauter Weg (PR1.2) in etwa einer Stunde hinauf zum Pico Ruivo. Unterwegs kommst du an einer Schutzhütte vorbei, und oben belohnt dich ein Panorama über Nord- und Südküste. Eine schöne Option, wenn du die Berge erleben möchtest, aber nicht den ganzen Tag unterwegs sein willst.
Wetter und Planung
In den Bergen entscheidet das Wetter über alles. Es kann passieren, dass du in dichtem Nebel stehst und keine zehn Meter weit siehst – oder dass sich die Wolken in Minuten verziehen und den Blick freigeben. Schau vorab auf Wetter-Apps und Webcams und plane flexibel. Wenn der Gipfel im Nebel steckt, lohnt es sich manchmal, eine Stunde zu warten oder den Besuch auf einen anderen Tag zu verschieben.
Auch die Natur hier oben ist besonders. Zwischen den Felsen wachsen widerstandsfähige Pflanzen, die an Wind, Sonne und Kälte angepasst sind, darunter Ginster und Heidekraut, die im Frühjahr gelb und weiß blühen. In der Gipfelregion brütet außerdem der seltene Madeira-Sturmvogel, eine der am stärksten bedrohten Seevogelarten Europas. Das ist ein guter Grund, auf den Wegen zu bleiben und keinen Lärm zu machen, besonders in der Dämmerung.
Auch der Norden der Insel, etwa mit Santana und dem Lorbeerwald, lässt sich gut mit einem Gipfelbesuch verbinden. Mehr Ideen findest du bei unseren Touren auf Madeira mit deutschsprachigen Guides.
Auf einen Blick
- Beste Reisezeit: ganzjährig, bei klarem Wetter; Sonnenaufgang besonders beliebt
- Pico Ruivo: 1.862 Meter, höchster Berg Madeiras
- Pico do Arieiro: 1.818 Meter, per Straße fast bis zum Gipfel erreichbar
- PR1: gut sieben Kilometer pro Richtung, anspruchsvoll
- Vorab prüfen: Wegsperrungen und Wetter in den Bergen
Hoch hinaus mit Guide
Bergpanorama, Passstraßen und die schönsten Aussichtspunkte: Auf unserer Süd-Ost-Tour mit deutschsprachigem Reiseleiter erlebst du Madeiras spektakuläre Höhen ohne Stress.

